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Auf historischem Boden

Das zwischen Cherbourg und Valognes gelegene Dorf Brix (zunächst Brucius, Bruce, Bruys, Bris und schließlich Brix) hat eine interessante Vergangenheit. Bereits im 11. Jahrhundert hatten die Vorfahren der schottischen Königsfamilie Bruce ihre Burg in eben diesem Dorf errichtet - auf dem Grundstück des heutigen Anwesens der Familie Fontanet.

Die Familie Bruce

Die wahrscheinlich aus Großbrittanien stammenden Bruces wurden schon bald nach ihrer Ankunft in Brix Eltern der Nachkommenschaft, die später dem berühmten schottischen König Robert dem Ersten (bereits der 8., der diesen Namen trägt, 1274-1329) das Leben schenken würde. Als großer Befreier seines Volkes war er der beliebteste Monarch der langen und blutigen Geschichte Schottlands.

 

Der erste Robert Bruce (1025-1066), der von den Historikern urkundlich erwähnt wurde, kam im Jahre 1066 in die Normandie und wurde dort zum Seigneur de Brix ernannt. Robert und sein Sohn Adelm (1050-1094) kamen damals in Gefolgschaft des Duc de Normandie (auch Wilhelm der Bastard genannt) zur Eroberung Englands und nahmen an der berühmten Schlacht von Hastings teil. Nach dem siegreichen Ausgang der Schlacht schickte ihn Wilhelm der Bastard, inzwischen Wilhelm der Eroberer genannt, in den Norden Englands. So wurde Robert zu einem der mächtigsten Gutsherren auf englischer Seite des Ärmelkanals. Nach dessen Tode bekam dann sein Sohn Adelm den Titel des Seigneur von Brix und Skelton verliehen.

Auch zwei Söhne Adelms, Adam und Robert (bereits der zweite Träger dieses Namens) werden die Geschichte maßgeblich beeinflussen. Robert wird zum 1. Lord von Annandale und unterstützt die Eroberung der Normandie in den Jahren 1105-1106. Ein weiterer Robert wird  sechs Generationen später zum König Schottlands gekrönt und als Robert der Erste ab dem Jahre 1306 das Schicksal der Schotten in die Hand nehmen. Wie schon zuvor sein Vater und Großvater wird Adam Seigneur de Brix. Er ist wahrscheinlich derjenige, der die im 11. Jahrhundert in Brix errichtete Burg bauen ließ. Fest steht, dass sie ihm ihren Namen zu verdanken hat: Adams Burg.

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Adams Burg

Die Burg wurde also im 11. Jahrhundert in der einzigartigen Natur des Waldes von Brix erbaut. Die Festung, damals eine der wichtigsten des Landes, hatte hier eine ideale strategische Lage.

Heute sind nur noch Ruinen der Burg erhalten. Darunter die Fundamente sowie Teile eines Turms mit Wendeltreppe und der Eingang eines unterirdischen Ganges, dessen größter Teil verschüttet ist.

Bereits kurz nach dem Bau der Burg Adams eroberte der damalige französische König Philippe Auguste die Normandie (1205). Die Seigneure, die gleichzeitig  Ländereien in Frankreich und England besaßen, mussten sich nun für eines der Länder entscheiden. Als sie sich für England enschieden, wo sie größere Gebiete besaßen, wurden sie aus Frankreich vertrieben. Die Burg, die einst Richard Löwenherz (12. Mai 1194) und Jean sans Terre (22 Oktober 1203) aufgenommen hatte, wird Anfang des 13. Jahrhunderts auf Befehl Saint Louis’ (Ludwig IX.) zerstört. Von den Steinen der Burg werden die Dorfbewohner im 16. Jahrhundert zum Bau der Dorfkirche(1) und einiger Wohnhäuser Gebrauch machen.

(1) Diese war zwar im 12. Jahrhundert zunächst von Adam errichtet worden, anschließend wurde sie allerdings von den Normannen zerstört.

Das aktuelle Anwesen

Das aktuelle, im Stil des französischen 18. Jahrhunderts erbaute Herrenhaus wurde 1914 in direkter Nähe der Burgruinen errichtet. Zwei Jahre nach Beginn der Bauarbeiten führten Finanzierungsschwierigkeiten während des ersten Weltkrieges dazu, dass der rechte Flügel des Hauses nie gebaut wurde. Stattdessen ist an dieser Stelle einfach ein charmantes kleines Bauernhaus aus dem Jahre 1784 geblieben, dass nun mit dem Haupthaus verbunden ist.